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Kapitel 11 - Wenn alles kippt

  Kapitel 11 – Wenn alles kippt

  Die Ruhe, die folgende, wirkte wie ein schlechter Scherz.

  Zwei Tage lang h?rt sie nichts von Akira.

  Keine Nachrichten.

  Keine seltsamen Begegnungen.

  Nicht einmal ein Schatten in der Ferne.

  Doch genau das machte Jayden nerv?ser.

  Die Stille fühlte sich an wie ein Atem, der sich vor einem Schrei sammelte.

  Jayden und Jonathan waren auf dem Rückweg zum Wohnheim.

  Die D?mmerung lag wie ein grauer Schleier über dem Campus.

  Jayden war müde.

  Nicht k?rperlich – seelisch.

  ?Manchmal“, sagte er leise, ?hab ich Angst, dass ich mich verliere.“

  Jonathan blieb stehen.

  Er legte eine Hand in Jaydens Nacken, genau wie früher, als Jayden als Kind Angst gehabt hatte.

  ?Du verlierst dich nicht.“

  Seine Stimme war ruhig.

  ?Du k?mpfst gerade. Und keiner k?mpft allein.“

  Jaydens Augen verbrannten – vor Dankbarkeit, vor Ersch?pfung.

  Sie gingen weiter.

  Dann ein Ger?usch.

  Jayden fuhr herum.

  Akira stand wenige Meter hinter ihnen.

  Nass vom Regen.

  Atemlos.

  Sein Blick war seltsam leer – und doch fest auf Jayden gerichtet.

  ?Ich habe gewartet“, flüsterte er.

  Jayden wich instinktiv zurück.

  Jonathan trat sofort vor ihn.

  ?Nicht. Noch. Ein. Schritt.“

  Akiras Stimme brach pl?tzlich aus ihm heraus.

  ?Ich will nur verstehen! Warum du mich so behandelst! Warum du Angst vor mir hast!“

  Jayden ?ffnete den Mund, doch kein Ton kam heraus.

  ?Weil du Grenzen nicht erkennst!“, sagte Jonathan Hart. ?Weil du ihn bedr?ngst!“

  Akiras Gesicht verzog sich.

  Nicht vor Wut.

  Vor Schmerz.

  ?Ihr zwei… ihr seid die, die ihn mir wegnehmen.“

  Jonathan atmete scharf ein.

  ?Er geh?rt niemandem.“

  Da bewegte sich Akira pl?tzlich.

  Nicht aggressiv – eher verzweifelt, schnell stolpernd.

  Jonathan hob die H?nde, um Abstand zu halten.

  Doch Akira prallte gegen ihn.

  Unkontrolliert.

  Jonathan verlor das Gleichgewicht und schlug mit der Schl?fe gegen die Kante der Wand.

  Unauthorized duplication: this narrative has been taken without consent. Report sightings.

  Jayden schreit auf.

  ?Jonathan!“

  Jonathan hielt sich den Kopf. Blut rann zwischen seinen Fingern hervor.

  ?Bin okay… glaube ich…“,

  Akira.

  ?Ich… ich wollte das nicht. Wirklich nicht. Ich –“

  ?Geh weg!“, rief Jayden mit gebrochener Stimme.

  ?Geh einfach!“

  Akira machte einen Schritt zurück.

  Zu sp?t.

  Schwere Schritte n?herten sich.

  Schnell.

  Chen.

  Er kam aus der Dunkelheit gerannt – und blieb abrupt stehen, als er die Szene sah.

  Jayden zitternd.

  Jonathan verletzt.

  Akira taumelnd.

  Etwas in Chen riss.

  Nicht laut.

  Nicht sichtbar.

  Aber Jayden spürte es.

  Chen trat zwischen Jayden und Akira auf.

  Sein Blick war ruhig.

  Und gef?hrlich klar.

  ?Du h?rst jetzt auf“, sagte er leise.

  ?Du l?sst ihn in Ruhe. Du l?sst uns alle in Ruhe.“

  Akira sah ihn lange an.

  Dann senkte er den Blick.

  Ein leiser, brüchiger Atemzug entwich ihm.

  ?Ich wollte nur… dass mich jemand sieht“, flüsterte er.

  Dann drehte er sich um.

  Er verschwand in der Dunkelheit.

  Nicht laufend.

  Nicht wütend.

  Nur ersch?pft.

  Leer.

  Jayden sank auf die Knie.

  Chen war sofort bei ihm.

  Er legte eine Hand an Jaydens Wange, die andere in seinem Nacken.

  ?Jay“, flüsterte er. ?Ich bin da. Du bist sicher.“

  Jonathan setzte sich schwer atmend neben sie.

  ?Wir schaffen das, Jayden“, sagte er leise. ?Versprochen.“

  Jayden schloss die Augen.

  Tr?nen liefen ihm über das Gesicht – doch diesmal lie? er sie zu.

  Er lehnte sich gegen Chen.

  Jonathan legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter.

  Und in diesem Moment wusste Jayden:

  Er war kurz davor gewesen zu zerbrechen.

  Aber er war nicht gefallen.

  Weil er nicht allein war.

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